Abschied von unserem Vorsitzenden unsereres wissenschaftlichen Beirates Herrn Professor Dr. Dr. Friedel

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Herr Prof. Dr. Dr. Eckart Friedel war seit der Gründung unseres Bundesverbandes im Jahre 1996 Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates und hat die Arbeit unserer Vereinigung aus medizinischer Sicht mit Rat und Tat begleitet, unterstützt und mitgetragen. 

Herr Prof. Dr. Dr. Friedel hat sich für das Wohl unsere Mitglieder eingesetzt und uns bei zahlreichen Symposien, Foren, Vorträgen und in Informationsschriften über das Krankheitsbild Fibromyalgie informiert und aufgeklärt. Ihm lag das Wohl jedes einzelnen Mitgliedes am Herzen. Ebenso hat er die Leitlinie des Fibromyalgie Syndroms mitentwickelt und fortan an der regelmäßigen Aktualisierung mitgewirkt. So hat er uns in der ärztlichen Fachwelt eine Stimme und ein Gesicht gegeben und unsere Vereinigung entscheidend mitgeprägt. 

Wir bedanken uns bei Herrn Prof. Dr. Dr. Friedel sehr herzlich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, das gute Miteinander und seinen jahrzehntelangen Einsatz als Vorsitzender unseres Wissenschaftlichen Beirates zum Wohle der Deutschen Fibromyalgie Vereinigung (DFV) e.V. und unseren Mitgliedern.

Für den wohlverdienten Ruhestand wünschen wir Herrn Prof. Dr. Dr. Friedel und seiner Familie von Herzen alles Liebe und Gute und vor allem Gesundheit. 

Bärbel Wolf
1. Vorsitzende

Zur Beendigung seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der DFV e.V. hat uns Herr Prof. Dr. Dr. Friedel nachfolgenden Brief geschrieben.


Sehr geehrte Frau Vorsitzende Bärbel Wolf,
sehr geehrte Mitglieder des Vorstandes der Deutschen Fibromyalgie Vereinigung,
sehr geehrte Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirates und
sehr geehrte Mitglieder der Deutschen Fibromyalgie Vereinigung,

nach 23 Jahren als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der Deutschen Fibromyalgie Vereinigung beende ich meine Tätigkeit, um mich nun im Ruhestand vor allem den privaten Angelegenheiten zu widmen. Nach einer so langen Tätigkeit ist es mir ein besonderes Bedürfnis, mich bei allen Mitarbeitern, den Betroffenen und Mitstreitern um das Krankheitsbild herzlich zu bedanken.

Mein besonderer Dank gilt dabei dem Vorstand der Deutschen Fibromyalgie Vereinigung für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Den Mitarbeitern des Wissenschaftlichen Beirates danke ich besonders für die vielen Anregungen, Beiträge und das Arrangement um das Krankheitsbild. Im Laufe der Jahre sind zahlreiche neue wissenschaftliche Erkenntnisse zum Verständnis des Krankheitsbildes hinzugekommen. Von den vielen wissenschaftlichen Aktivitäten ist besonders die Entwicklung der Leitlinie zum Fibromyalgie Syndrom unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Häuser in Zusammenarbeit mit den medizinischen Fachgesellschaften zu erwähnen. Auch wenn die Leitlinie zurzeit nicht alle Fragen, die wir an das Krankheitsbild stellen, vollständig beantworten kann, ist diese eine wichtige Grundlage für unsere tägliche Arbeit. Es gilt nun, sie ständig auf der Basis von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu ergänzen und weiter zu entwickeln.

Von besonderer Bedeutung halte ich auch die vielen wissenschaftlichen Tagungen, an denen ich in 23 Jahren teilgenommen habe, die tägliche Arbeit in den Fibromyalgie-Gruppen und den Austausch unter den Betroffenen. Wegen der zahlreichen Unsicherheiten um das Krankheitsbild halte ich es auch für wichtig, dass immer im Auge behalten werden sollte, dass das Krankheitsbild des Fibromyalgie Syndroms weder ein entzündliches, ein nichtentzündliches oder ein sogenanntes „Weichteilrheuma“ ist. Das Krankheitsbild des Fibromyalgie Syndroms ist kurz formuliert „ein chronisches Schmerzsyndrom mit generalisierten Schmerzen der Körpermuskulatur, Auswirkungen auf Körper und Psyche verbunden mit neurovegetativen und funktionellen Störungen“. Für die Diagnosestellung ist die differentialdiagnostische Abgrenzung zu den rheumatischen und psychosomatischen Erkrankungen wichtig, um auf dieser Basis die richtigen Therapien zu verordnen und durchzuführen.

Wir alle wissen, dass das Krankheitsbild für die betroffenen Patienten eine Herausforderung darstellt, den Tag und die damit verbundenen Aufgaben zu meistern. Dazu möchte ich allen Betroffenen empfehlen, jeden Tag als einen persönlichen Neubeginn zu sehen, vergleichbar mit einem Geschenk, das uns das Leben gibt. Ob Sie hierbei die täglichen Herausforderungen als eine Chance verstehen, hängt auch von Ihrer Einstellung ab. Hilfen dazu bekommen Sie von den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschen Fibromyalgie Vereinigung.

Ihnen allen wünsche ich persönlich und für Ihre Arbeit alles Gute und viel Erfolg.

Prof. Dr. Dr. Walter Eckart Friedel