Ein Arzt klärt auf

Da hat der Redakteur von die „Mittelbayrische“, einer Regionalzeitung im Raum Regensburg, den Arzt nicht richtig verstanden oder die Pressemitteilung fehlinterpretiert. Bei Grippe gibt es auch keine Therapie (nur gegen die Symptome) und bei anderen schweren Erkrankungen auch nicht, doch niemand würde sie deshalb als „umstritten“ bezeichnen. Für viele Erkrankungen sind die Ursachen und Auslöser unbekannt oder so vielfältig, dass sich der eine Grund nicht festlegen lässt.

Diese Fehlinterpretation durch die Redaktion setzt sich fort: „Obwohl die Schmerzen quälend und belastend sein können, führt das Fibromyalgie-Syndrom nicht zu Schäden an Muskeln, Gelenken oder Organen.“ Dieser Satz ergibt keinen Sinn. Wenn es eine Kausalität geben könnte, dann doch wohl durch „Schäden an Muskeln, Gelenken oder Organen“ die quälende Schmerzen provozieren. Dann würde auch das „Obwohl“ passen. Ich vermute, dass der Arzt genau dies vorgetragen hat: „Obwohl an Muskeln, Gelenken oder Organen keine Schäden festgestellt werden können, leiden die Patienten unter quälenden Schmerzen.“

Wenn in einem Bericht zur komplexen Erkrankung Fibromyalgie einige Erklärungen konfus erscheinen, sollte man als kundiger Patient, als Experte aus Betroffenheit, auf das eigene Wissen vertrauen. Journalisten sind auch nur Menschen und zu Irrtum und Fehlinterpretation in der Lage, manchmal passiert ihnen das auch.

 

Quelle:

Das Fibromyalgiesyndrom - ein Arzt klärt auf. Mittelbayrische, online veröffentlicht 5.7. 2019.