Neues aus Chemnitz Kältetherapie – schon viel gehört, noch nie probiert! Erfahrungsbericht zur Ganzkörperkältetherapie

|   Optimisten 02/2020

Einige unserer Mitglieder erprobten eine Ganzkörperkältetherapie und möchten euch von ihren Erfahrungen berichten. Sie starteten den Versuch, rein ins Vergnügen - Verweildauer drei bis vier Minuten bei minus 85 – 90 Grad Celsius. Wir wollen euch teilhaben lassen an unseren Erfahrungen.

Die Ganzkörperkältetherapie gilt als eine der wirkungsvollsten physikalischen Therapiemöglichkeiten bei rheumatischen Erkrankungen. In vielen Studien wurden positive Auswirkungen in Bezug auf einen Entzündungsprozess, die Schmerzempfindung und Beweglichkeit der Patienten nachgewiesen. Die erste und derzeitig einzige Kryo-Kammer in Chemnitz wurde im Jahr 2019 eröffnet.

Und hier Erfahrungen der Probanden aus unserer SHG:

Regina Burkhardt:

Zuerst war ich skeptisch, aber nach Studieren des Flyers wollte ich es probieren. Nach dem ersten Besuch gingen Laufen und andere Bewegungen etwas leichter, aber ich habe abends gefröstelt und war sehr müde. Da wir täglich in der Kältekammer waren, gingen die Entzündungen im Knie und im Handgelenk sehr schnell zurück. Ich wurde schmerzfreier. Jede Bewegung ging leichter, auch Treppen steigen. Dabei habe ich nicht mehr das Gefühl, dass sich der vordere Oberschenkel verkrampft. Augen- und Kopfschmerzen gingen stark zurück. Ich hatte auch den Eindruck, die im Körper wütende Schuppenflechte hat sich beruhigt. Alles in allem, das Leben wurde leichter, schmerzfreie Bewegung brachte auch mehr Freude. Insgesamt vier Wochen Kältekammer – leider hielten diese positiven Effekte nur drei Wochen an. Aber als regelmäßige Saunagängerin ergab sich sogar noch ein weiterer Effekt - nach jahrelanger Enthaltung benutze ich nun auch wieder das Kältebecken.

Steffen Scheibner:

Ich war im Februar dort - habe das Schnupperangebot genutzt.

Das heißt, täglicher Besuch in vierzehn Tagen. Da ich Kälte besser vertrage als Wärme war ich zuversichtlich, dass eine Verbesserung eintritt. Die Kältebehandlung habe ich sehr gut vertragen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich gerade starke Ischias-Beschwerden, mit Taubheit bis in den rechten Fuß. Leider hat mir die Kälte nicht geholfen, auch nicht für den restlichen Körper. Aber einen Versuch war es wert!

Silvia Brendel:

Kurzer Abriss zu meinem Befinden:

Leider war der Schlaf wieder wenig erholsam. Aufstehen - die Angst vor dem Schmerz bei der Berührung des Fußbodens ist wieder da. Strümpfe anziehen, lasse ich weg, kann die Beine nicht anwinkeln. Ich laufe das erste Stück wie ein „hundertjähriger Stock“! Jetzt ist noch eine Treppe mit sechzehn Stufen und ein circa hundert Meter langer Weg zur Garage vor mir. Die Stufen steige ich wie ein Kind, das gerade die ersten selbstständigen Schritte macht. Jetzt noch paar Schritte und das Fahrrad holen. Endlich, ich kann mich schon etwas besser bewegen! Nun meldet sich noch der Daumen und das Handgelenk, aber die frische Luft und das Vogelgezwitscher, das Klappern der Hundemarke lenken mich schnell ab, mein Kopf wird frei.

Vier Wochen später: Kurz vorm Klingeln des Weckers öffne ich schon die Augen. Oh, ich habe geschlafen „wie ein Stein“. Füße raus, einmal gestreckt, aufstehen. Konnte sogar Socken wieder anziehen. Ich laufe die Treppe zügig runter. Die Fahrradrunde mit dem Hund gehört zu meinem morgendlichen Ritual. Was ist heute anders? Warum ist das so? Mitte des vergangenen Monats bin ich zum ersten Mal in die Kältekammer gegangen. Bereits nach dem ersten Besuch war eine bessere Bewegung möglich. Fast täglich, mindestens viermal pro Woche fahren meine Freundin und ich zur Kältekammer. Badeanzug, Mütze, Handschuhe, Socken, Mundschutz und gute Musik gehören zur Ausrüstung.

Drei bis vier Minuten bei Temperaturen zwischen 80 und 90 Grad Celsius bringen mich richtig gut in Form. Langsam aber sicher kommt mein Körper wieder in Schwung, der durch meine Fibromyalgie und einige andere Krankheiten (wie Hashimoto, Bandscheibenvorfälle, Bänderrisse, usw.) in den Bewegungen eingeschränkt ist. Sensibilitätsstörungen werden weniger, Ausdauer ist gesteigert und ich schlafe bedeutend besser. Das ziehe ich jetzt eisern durch. Ich bin schon heute froh, durch Kälte ein neues Lebensgefühl bekommen zu haben!

Christel Riedel:

14 Tage Probe – beim ersten Mal kam bei mir der Kreislauf durcheinander; mache ich weiter oder lasse ich es sein? Ich habe mich für Fortsetzung entschieden. Interessant war, dass ich meine Schmerzen in den Beinen gar nicht mehr wahrnahm, die Beweglichkeit hatte sich auch verbessert. Längeres Spazieren war schmerzfrei möglich. Nach einer weiteren Woche Kältekammer war ich aber plötzlich am Boden zerstört – die Schmerzen nahmen wieder zu, ich konnte kaum noch laufen, war müde und schlapp. Wieder stand die Frage – weiter oder Schluss? Da half nur eine Beratung des Betreibers. Wie oft ist optimal für den Körper? Wir sind nun beim Experimentieren – „Corona“ sorgt aber auch hier erstmal für eine Zwangspause! Der Plan ist nun, Kältekammer mit Bewegungstraining, wenn es wieder möglich ist.

Das Fazit: nach der Kältekammer ist der Körper in „Aufruhr“, es fühlt sich aber gut und leicht an, die Durchblutung wird angekurbelt und es macht ein wirklich gutes Gefühl. Das bewirkt natürlich auch die Schmerzlinderung. Ziel: schmerzfreie Zeiten optimieren.

Katrin Sielaff:

Die Kältekammer tat mir sehr gut. Die Schmerzen an den Händen haben sehr gut nachgelassen. Nach circa ein bis zwei Wochen war es allerdings wieder wie vorher. Meine Hände und Füße schmerzen genauso wie immer. Das „Einstechen“ ist auch wieder schlimmer geworden. Ich habe nur vierzehn Tage probiert. Man muss wohl kontinuierlich gehen, um das in den Griff zu bekommen, wenn das überhaupt geht.

Gitta Förster:

Die Einschätzung erfolgt alphabetisch – hier nur ein Auszug:

A - Ambiente
B - Bedürfnisorientiert
C - Charm des Teams
D - drastische Verbesserung
E - Erfolg zu spüren
J - Ja zur Kälte
L - Lebensfreude
N - noch einmal bitte
U - Unglaublich schön kalt
W - Wartezeit -nö!
X - keine Hexerei
Z - zum Schluss, macht euch bitte selbst ein Bild!Die Begeisterung des Teams ist hiermit voll zu spüren!

„Frostige“ Grüße von der SHG Chemnitz/Erzgebirge. Stärkt euer Wohlbefinden und bleibt virusfrei!

Christel Riedel
Gruppensprecherin