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Optimisten Ausgabe 01/2021

Themen
 

  • Auswirkungen der Coronakrise auf Menschen mit chronischen Schmerzen
    Fibromyalgiesyndrom

     
  • Immunsystem stärken:
    Hausmittel, alternative Heilmethoden und Ernährungstipps

Vorwort     4
Einladung Fibromyalgie Tag mit Mitgliederversammlung 2021    5
Programm Mitgliederversammlung    6
Anreise Fibromyalgie Tag    7
Anmeldung Fibromyalgie Tag    9
Jetzt ist das WIR gefragt    10
Aufruf zur Teilnahme am Forschungsprojekt    11
DFV e.V. erhält 40.000 Euro    12
Herzlichen Dank    13

 

Auswirkungen der Coronakrise auf Menschen mit chron. Schmerzen    14
Corona - Gehören Fibromyalgie-Patienten zur Risikogruppe?    18
Es gibt keinen Fahrstuhl zum Glück    22
Chron. Schmerzen durch Zahn- und Kieferfehlstellungen    24
Der Seele Gutes tun    27
Immunsystem stärken    30
Neue Heilmittel-Richtlinie 2021    39
Die 5-Säulen-Philosophie    42
Viele Krankenkassen werden teurer    44
Mineralstoff Zink    45
Progressive Muskelentspannung 46
Fall des Monats    48
Meerrettich – Heilpflanze des Jahres 2021    49

 

Kolumne Arbeitsrecht    53
Kolumne Umwelt und Gesundheit    54

 

Neu auf unserer Homepage    56
SHG Goslar    57
Rätsel „Frühling“    59
Sudoku    60
SHG Arnstadt    61
Mit Kreativität dem Schmerz begegnen    64
Lösung Sudoku    65
SHG Kraichgau Bad-Rappenau    66

 

Aufruf    67
Lösung – Rätsel „Frühling“    67
Schon mal was von der Honig-Zupf-Massage gehört?    68
Krankenhaus und Schmerzmedikation    69

 

Beratungszeiten    70
Festtag in der Geschäftsstelle    72
Vegetarische Köstlichkeiten   73
Mitteilungen aus der Geschäftsstelle    74

 

Terminkalender    77
Impressum    78

 


Ausgewählte Beiträge

  • | Optimisten 01/2021

    Prof. Dr. med. Winfried Häuser

    Aus Sicht der Schmerzmedizin
    Aus schmerzmedizinischer Sicht bestehen folgende soziale Gefahren der Coronakrise für Menschen mit chronischen Schmerzen (Karos et al., 2020):

    • Soziale Isolation und Vereinsamung
    • Vermehrte Nähe (durch Ausgangssperren und Quarantäne)
    • Reduzierter Zugang zu hochwertiger Schmerzbehandlung (z.B. multimodale Schmerztherapie. Während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 hatten die meisten schmerzmedizinischen Abteilungen geschlossen)
    • Zunahme sozialer Ungleichheiten (Kurzarbeit, Arbeitsplatzverlust im Niedriglohnsektor)

    Einfluss der Infektion
    In einer italienischen Studie mit 897 PatientInnen mit bekannten FMS von Februar bis Mai 2020, gaben FMS-PatientInnen mit Covid-19 stärkere FMS-Symptome an als solche ohne Covid-19 (Salaffi et al. 2020).

    Einfluss des Lockdowns
    An einer Onlinebefragung nahmen 502 SpanierInnen mit chronischen Schmerzen teil. Die meisten berichteten eine Zunahme der Schmerzen. An psychischen Belastungen wurden Jobunsicherheit, Zukunftsängste, Verluste von nahen Angehörigen und Infektionsängste genannt. Mehr als die Hälfte berichtete über die Einnahme höherer Dosen von Schmerzmitteln (Nieto et al., 2020).

    In einer anderen spanischen Onlinebefragung berichteten 362 PatientInnen mit chronischen Schmerzen über die Zunahme von psychischem Stress auf Grund Problemen medizinische Behandlung zu erhalten, Unterbrechung täglicher Routinen und reduzierter sozialer Unterstützung (Serrano-Ibanez, 2020).

    Eine italienische Studie wurde von März bis Mai 2020 in Mailand, einem der am schwersten betroffenen Gebiete in Europa in der ersten Coronawelle, während des Lockdowns bei 32 PatientInnen mit gesicherten FMS durchgeführt. 67% der PatientInnen gaben eine Zunahme und 33% der PatientInnen eine Reduktion der FMS-Symptome an. Die am häufigsten genannten Gründe für eine Verschlechterung waren Infektionsängste (bzgl. der eigenen Person als auch der von Familienangehörigen) und die Einschränkung körperlicher Bewegung. Die am häufigsten genannten Gründe für eine Verbesserung waren Reduktion von Arbeitsstress durch Heimarbeit und mehr Zeit, sich regelmäßig zu bewegen (Cavalli et al., 2021).

    Die Daten aus Italien decken sich auch mit den Berichten von FMS-PatientInnen aus unserem Versorgungszentrum: Viele berichten über Zunahme von innerer Anspannung und Schmerzen auf Grund von Ängsten vor einer Infektion sowie negativen ökonomischen Konsequenzen der Lockdown-Maßnahmen (z. B. Kurzarbeit). Weiterhin wird das Bewegungstraining im Wasser (Schwimmbäder geschlossen) sowie das persönliche Treffen in den Selbsthilfegruppen vermisst. Einige PatientInnen berichten jedoch auch von positiven Effekten des Lockdowns im Sinne einer „Entschleunigung“, d.h. weniger „Stress“ durch Heimarbeit und „mehr Ruhe“ durch Reduktion sozialer Kontakte.

    Positive Auswirkungen der Coronakrise auf die Patientenbehandlung
    Welche positiven Aspekte in der Patientenversorgung hat die Coronakrise für mich? Meine Arbeitgeber im Krankenhaus und medizinischen Versorgungszentrum stellten im April 2020 innerhalb von kurzer Zeit die technischen Möglichkeiten für Videosprechstunden zur Verfügung. Was über mehrere Jahre angeblich technisch nicht möglich bzw. zu aufwendig war, war jetzt in kurzer Zeit möglich. Und die kassenärztliche Vereinigung erlaubte die Abrechnung – auch von größeren Umfängen von Videosprechstunde inklusive Psychotherapie.

    Ich sehe folgende Vorteile in der Videosprechstunde:
    Im Gegensatz zur Telefonsprechstunde sehe ich auch das Gesicht und die Körperhaltung des Gegenübers. Das erleichtert das Verstehen der Bedeutung einer Kommunikation. Im Gegensatz zur Maskenpflicht bei der Sprechstunde in der Praxis sehe ich das ganze Gesicht des Gegenübers, was bei dem Erkennen von Gefühlen hilft. Das Infektionsrisiko ist sowohl für die PatientInnen als auch für mich ausgeschaltet. Die PatientInnen sparen Zeit und Fahrkosten und entlasten so die Umwelt. Trotz dieser Vorteile ziehen die meisten unserer PatientInnen die Sprechstunde in der Praxis vor.
    Das Angebot hochwertiger Angebote für Entspannungsverfahren und Bewegungstraining im Internet hat zugenommen.

    Hoffnungen
    Bleiben wir also miteinander verbunden – sei es im Kontakt unter Beachtung der AHAL-Regeln (Abstand, Hygiene, Maske, Lüften) und/oder über das Internet. Trotz aller Ausgangsbeschränkungen war Bewegung außer Haus (z.B. Walking, Spazierengehen, Fahrradfahren) in Deutschland bisher immer möglich. Viele Menschen haben das Wandern und Fahrradfahren für sich neu entdeckt. Nutzen wir den Digitalisierungsschub (Onlinetherapie) auch in Zukunft.
    Hoffen wir, dass die Impfungen bald für alle Interessenten verfügbar sind und der Impfschutz lange anhält.

    Literatur
    Cavalli G, Cariddi A, Ferrari J, Suzzi B, Tomelleri A, Campochiaro C, De Luca G, Baldissera E, Dagna L. Living with fibromyalgia during the COVID-19 pandemic: mixed effects of prolonged lockdown on the well-being of patients. Rheumatology (Oxford). 2021 Jan 5;60(1):465-467.
    Karos K, McParland JL, Bunzli S, Devan H, Hirsh A, Kapos FP, Keogh E, Moore D, Tracy LM, Ashton-James CE. The social threats of COVID-19 for people with chronic pain. Pain. 2020 Oct;161(10):2229-2235
    Nieto R, Pardo R, Sora B, Feliu-Soler A, Luciano JV. Impact of COVID-19 Lockdown Measures on Spanish People with Chronic Pain: An Online Study Survey. J Clin Med. 2020 Nov 5;9(11):3558.
    Salaffi F, Giorgi V, Sirotti S, Bongiovanni S, Farah S, Bazzichi L, Marotto D, Atzeni F, Rizzi M, Batticciotto A, Lombardi G, Galli M, Sarzi-Puttini P. The effect of novel coronavirus disease-2019 (COVID-19) on fibromyalgia syndrome. Clin Exp Rheumatol. 2020 Nov 16.
    Serrano-Ibáñez ER, Esteve R, Ramírez-Maestre C, Ruiz-Párraga GT, López-Martínez AE. Chronic pain in the time of COVID-19: Stress aftermath and central sensitization. Br J Health Psychol. 2020 Oct 25.

    Verfasser:

    Prof. Dr. med. Winfried Häuser
    Medizinisches Versorgungszentrum
    für Schmerzmedizin und seelische Gesundheit
    Saarbrücken-St. Johann, 66119 Saarbrücken

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  • | Optimisten 01/2021

    Seit 2 Jahren planten wir, die SHG Goslar, eine Reise zum Sybillenbad nach Neualbenreuth. Erst war es die Finanzierung, die nicht klappen wollte, dann waren es die Pensionen, die ausgebucht waren und immer wieder andere kleine Stolpersteine. Aber das kennt Ihr ja.

    Nun, letztes Jahr waren wir schnell am Start. Wir hatten ein Workshop-Programm, mit Basischer Ernährung, gemeinsamer Bewegung und natürlich inklusive der empfohlenen Radonbäder, ausgearbeitet. Unsere Anmeldung zur Schmerztherapie-Woche im Sybillenbad war erfolgreich, also war alles super. Im Oktober 2020, sollte es losgehen. Wenn da nicht Corona gewesen wäre. Mit Sorge betrachteten wir die Zahlen, planten aber weiter und weiter. Einen Tag vor bevor es losgehen sollte, wurde dann Neualbenreuth zum Risikogebiet erklärt. Also mussten wir wieder überlegen, uns informieren, abwägen und uns entscheiden. Wir haben uns für den Aufenthalt entscheiden. Es war toll, wir hatten die richtige Entscheidung getroffen.

    Am 18. Oktober 2020 sind wir mit dem Auto angereist und haben unsere vier Ferienwohnungen bezogen. Eine der Wohnungen war mit einer super Küche und einem großen Esstisch ausgestattet, an dem wir jeden Morgen gemeinsam frühstücken konnten und abends gemeinsam gegessen haben. Das Wetter war einfach bombig. Kennt Ihr das Sprichwort „Wenn Engel reisen, dann lacht der Himmel“. Na ob wir Engel sind ???

    Mitte Oktober, es waren 23 Grad, Sonne und dieses herrliche Herbstrot genießen, superschön. Täglich um 9.00 Uhr machten wir uns auf den Weg ins Sybillenbad.

    Dieses Sybillenbad ist einfach nur toll. In der ersten Etage findet man das Badeparadies, mit den unterschiedlichsten Becken. Jedes Becken hat einen anderen Radongehalt und eine andere Temperatur. Es befinden sich unterschiedliche Massagedüsen, Lichtreflexe und total geniale Unterwassermusik, in den Becken. Auf dem Rücken durch das Wasser gleiten und bei der leisen Musik entspannen. Einfach nur super entspannend.

    Dazu kommen die Becken im Außenbereich, ein warmes Becken, eines mit kälterem Wasser und Gegenstromanlage und als Highlight, die Kneippspirale (hui war das kalt, aber schön). Noch dazu, gibt es ein Therapiebecken, indem man jederzeit selbstständig Wassergymnastik über einen Monitor durchführen kann, zweimal täglich unter Anleitung der netten Bademeister. Im Wellnessbereich findet man die verschiedensten Saunen und einen Whirlpool im Außenbereich.

    Einziger Wermutstropfen war, dass die Dampfsaunen und das Hamam außer Betrieb waren. Aber das trübte unsere Stimmung nicht. Urlaub und Genuss pur, kann man denken. Nein, nein, nein, so war es nicht.

    Es war auch eine sehr anstrengende Zeit, denn wir haben uns bewegt, hatten täglich im medizinischen Bereich unsere Radonbäder, haben Vorträge angehört und haben uns in der Zeit viel über unsere Erkrankung ausgetauscht. Zudem bietet das Sybillenbad einen Fitnessbereich. Selbst ohne dieses Gesamtpaket, ist ein Aufenthalt in der Therme sehr anstrengend. Zu den Radonbädern ging jeder einzeln, seinem persönlichen Therapieplan entsprechend. In der mit Radonwasser gefüllten Wanne merkten wir schnell den Unterschied in unseren Empfindungen, der eine mag es heiß, der andere nur warm. Nachdem die Wanne so abgedeckt wurde, dass nur noch der Kopf (in unserem Fall natürlich auch hier mit Maske) rausschaut, verblieben wir 20 Minuten in dem Wasser. Ein geregelter Zu- und Ablauf spült das Wasser um einen herum.

    Danach ging es 20 Minuten lang, eingewickelt in Laken und Decke, auf die Ruheliege. Das klingt alles super entspannend, ja das dachten wir auch, aber wir bemerkten schnell, dass dieses Radonwasser etwas mit unserem Körper machte.

    Manch einer hatte mehr Beschwerden, ein anderer ist bis jetzt beschwerdefrei. Auch hier alles sehr unterschiedlich. Aber auch das ist ganz normal, es kann wie überall auch hier zu einer Erstverschlimmerung kommen. Wir haben die Gespräche am Beckenrand, oder relaxend im warmen Wasser, genossen. Sie waren anders als sonst, sehr vertraut und offen. Der Erfahrungsaustausch darüber, wie die Radonbäder vertragen wurden, zeigten wie unterschiedlich jeder Körper reagiert.

    Abschließend kann man aber sagen, dass der überwiegende Teil der Gruppenmitglieder mit dem Ergebnis sehr zufrieden war. Die allgemeinen Fibromyalgie Beschwerden, die uns im Herbst und Winteranfang begleiten, sind deutlich geringer. Ein Teilnehmer hat bis heute keine Verspannungen und Schmerzen im Rücken mehr. Auch die Vorträge über basische Ernährung, Selbstheilung und die progressive Muskelentspannung, ist bei allen gut angekommen. Das einzige Manko an den acht Tagen, sie sind zu schnell verflogen. Jetzt machen wir das wahr, was wir schon bei unserer Abreise versprochen haben.

    Wir kommen wieder, garantiert.

    Der Antrag ist geschrieben, die Zimmer sind gebucht, bald geht’s los.

    Bei Fragen kontaktiert uns bitte über: goslar@fms.selbsthilfe.de.

    Carmen Redel
    Gruppensprecherin
    Schriftführerin im Vorstand

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  • | Optimisten 01/2021

    Ein Jahr Vorbereitungszeit! Mit einigen Hindernissen, doch optimistisch hatten wir 2019 den Plan geschmiedet, zum 4-jährigen Bestehen unserer Selbsthilfegruppe eine gemeinsame Auszeit mit unseren Angehörigen im Kloster Lehnin zu verbringen – Seele baumeln lassen, Körper entspannen, sich besser kennen- und schätzenlernen, sich verwöhnen lassen und neue Impulse bekommen.

    Rechtzeitig zum Jahresanfang 2020 war das Projekt erarbeitet und bei der AOK eingereicht. Nun darf aber niemand denken, super, wir brauchen nur den Bescheid abzuwarten. Die Förderrichtlinien waren geändert und alle hatten mit der Umsetzung bzw. Verständigung zu tun. Anfang April noch immer keine Aussage. Auch im Kloster sind die Plätze an den Wochenenden beliebt und schnell ausgebucht, da war schon mal vorsorglich reserviert worden.

    Enttäuschung als die Förderbestätigung für 2020 kam:
    Noch nicht mal ein Viertel der beantragten Pauschalförderung genehmigt, geschweige überhaupt Projektförderung. Mit viel Zeiteinsatz wurden von der Gruppenleitung Schriftstücke erarbeitet, Telefonate geführt und mit Engelszungen geredet – endlich der Brief mit voller Fördersumme!

    Nun kam das nächste Dilemma: Corona. Doch wir hatten Glück im Unglück – im September war fast alles wieder möglich. Und los ging's mit viel Vorfreude auf den Klosterort Lehnin, der uns die ganze Zeit mit Sommerwetter verwöhnte, historischen Zimmern zur Nacht und mit einem hellen Seminarraum. Das Klostergelände war die Wucht - viele alte Bäume, Ruinenambiente und Streuobstwiesen inklusive. Unsere Referentinnen sorgten für AHA-Erlebnisse und unsere selbst gestalteten Aktionen mit Schwungtuch, Schweigelauf, Stille auf der Wiese und Vielem mehr hat alle enorm begeistert und entspannt. Nicht einmal haben wir über Fibromyalgie gesprochen!

    Es tat allen gut und für dieses Jahr 2021 ist sicher, ein neues großes Projekt können wir hoffentlich wieder mit Unterstützung der AOK und/oder anderer Kassen angehen. Es lohnt sich, auch Ablehnungen noch mal zu hinterfragen und den Mitarbeitern der fördernden Kassen die besondere Situation für eine Förderung nahezulegen. Besonders nach der langen auferlegten Corona-Ruhezeit ist es besonders wichtig: gemeinsam vorbereiten – gemeinsam erleben, unser nächster Projektantrag ist zur Förderung unterwegs!

    Im Optimisten 4/20 hatten wir schon mal kurz berichtet mit dem „Resümee“ unserer Astrid. Hier noch ein paar Gedanken unserer Teilnehmerinnen für uns alle zur Erbauung:

    Geschichte des Klosters
    Da wir uns an einem geschichtlich interessanten Ort aufhielten, wollten wir auch das Gelände erkunden. Das Zisterzienserkloster wurde 1180 gegründet. Im 15. Jahrhundert war es ein bedeutender Ort der Gelehrsamkeit, mit einer Klosterschule und einer hervorragenden Bibliothek. Mit der Säkularisation 1542 verlor es seine Bedeutung und wurde in einen Gutshof umgewandelt. Im 30-jährigem Krieg wurde die Anlage verwüstet. Danach wurde ein Teil der Anlage zum Jagdschloss umgebaut. Die Rekonstruktion der verfallenen Klosterkirche erfolgte erst im Jahr 1870. Die dreischiffige Pfeilerbasilika weist sowohl spätromanische als auch frühgotische Formen auf. Nach der Rekonstruktion zogen Diakonissen in die ehemalige Klosteranlage. Heute betreibt das Evangelische Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin u.a. ein Krankenhaus, eine Klinik für geriatrische Rehabilitation, ein Hospiz und ein Pflegezentrum.

    Mit dem Ensemble aus Kirche, Klausur, Wirtschaftshof mit Brauhaus und Weinkeller, Kornhaus, Scheunen, sowie Torkapelle und ehemaligem Hospital findet man, wenn auch immer wieder verändert, doch eine recht vollständige Klosteranlage vor. Die Räume werden heute als Bildungs- und Beherbergungsstätte genutzt.

    Wir durften während unserer Auszeit die Annehmlichkeiten und die Ruhe im Kloster genießen. Diesen Platz kann man immer wieder für eine Auszeit nutzen.
    Anke

    Physiotherapeutin Sabine Hühner
    Wir fanden es schön, dass Frau Hübner die Einladung angenommen hat, um uns ein paar Eindrücke zum Thema Schmerzen zu übermitteln. Es war für uns sehr interessant und lehrreich. Begonnen haben wir mit einem Tanz, der uns viel Spaß bereitet hat. Alle wurden ein bisschen lockerer und die frische Luft dazu hat uns sehr gutgetan. Die Physiotherapeutin zeigte uns verschiedene Druck-Punkte, die wir selbst drücken können, um unseren Schmerz etwas zu lindern. Verschiedene Techniken wurden auch an uns ausprobiert. Die Feldenkreis-Übung im Freien auf Stühlen, war auf jeden Fall noch einmal eine Bereicherung für uns.
    Rosi

    Bewegung und Spaß mit dem Schwungtuch
    Im Gepäck für unsere Auszeit hatten wir ein Schwungtuch und ein Sortiment Softbälle, die wir eigens zur Förderung der Bewegung und des Miteinanders in der Gruppe angeschafft hatten. Nach einer Phase des intensiven Arbeitens legten wir eine Bewegungspause mit dem Schwungtuch ein. Wir suchten uns ein Plätzchen auf der Wiese und schon konnte es losgehen:

    Jeder suchte sich zwei Schlaufen zum Festhalten und durch das Auf und Ab der Arme kam das Tuch in Bewegung. Mal wurden die Arme nach oben gestreckt oder in die Tiefe gehalten, mal waren die Bewegungen ganz sachte bzw. heftig und mit Power. Das wechselnde Auf und Ab erzeugte Wellen, die durch gezielte Ansagen zu hohen oder kleinen Wellen wurden. Sehr effektvoll war auch, durch versetzte Bewegungen „La-Ola-Wellen“ zu erzeugen. Ruhiger wurde es dann, als wir das Tuch von Hand zu Hand ohne Loslassen und mit Richtungswechsel gleiten ließen. Gewechselt wurde auch, indem zwei Teilnehmer die Plätze unter dem Tuch hindurch miteinander tauschten. Zum Schluss konnte jeder, der es wollte, ausprobieren, wie es sich anfühlt, den Luftzug zu spüren, den das Tuch durch die Bewegung erzeugte.

    Am nächsten Tag probierten wir dann Übungen mit den Bällen aus. Das Tuch wurde zeitversetzt in Bewegung gebracht und ein Ball sollte so über die Wellen surfen, ohne herunterzurollen. Dann versuchten wir durch gezielte Bewegungen den Ball in der Mitte des Tuches verschwinden zu lassen. Etwas schwieriger wurden die Übungen durch den Einsatz von mehreren Bällen, aber auch durch die Änderung der Bewegungsrichtung. Zum Schluss legten wir alle unsere mitgebrachten Gegenstände auf das Tuch. Diese mussten dann mit mehr oder weniger intensiven Bewegungen nach draußen katapultiert werden. Ein Teilnehmer hatte die Aufgabe, diese immer wieder ins Tuch zurückzuwerfen. Leider hatte der „Aufleser“ keine Chance gegen die Gruppe und somit das Spiel verloren.

    Wir haben festgestellt, dass sich mit dem Schwungtuch, einfache und effektive Übungen zur Förderung der Motorik umsetzen lassen. Dabei steht nicht der Übungscharakter im Vordergrund, sondern mehr die Freude an der gemeinsamen Aktivität – die Bewegung geschieht ganz nebenbei.
    Gudrun

    Hallo, ihr Lieben,
    heute möchte ich euch mal kurz erzählen, wohin es mich im September 2020 verschlagen hat. Ihr werdet es nicht glauben, aber so ein paar nette, liebe Leute haben mich doch zu so einem „Kurztripp“ mit nach Lehnin genommen, um mal so richtig die Seele baumeln zu lassen. Ihr könnt mir glauben, wenn ich sage, dass mir das so richtig gutgetan hat. Erstens bringe ich wo ich auftauche -immer gute Stimmung in die Runde- denn viele erkundigen sich nach mir. Da freue ich mich immer besonders darüber. Und zweitens war das ein wundervolles Wochenende. Wie z.B. die Stunden mit unserer Therapeutin, die uns viel Wissenswertes über unseren Körper vermittelt hat oder die kleinen Spaziergänge und die Übungen mit dem Schwungtuch (nur das nächste Mal mich bitte nicht ganz so schlimm durchwirbeln!).

    Alles in allem ein gelungenes Wochenende. Ich hoffe nur, dass ihr mich bei eurem nächsten Treffen und einer eventuellen Auszeit nicht vergessen werdet und freue mich schon heute darauf!

    Eure Frau Fröhlich
    Andrea

    Christina Petzold
    Gruppensprecherin

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