Wirkungsloses Wundermittel Cannabisöl, Canabidiol, CBD

Auch die großen Nachrichtenmagazine kritisieren den Cannabis-Hype als unseriöse Geschäftemacherei mit den Hoffnungen der Patienten. Konsequent sind sie aber bei ihrem Engagement für Patientenschutz leider nicht.

Unter dem Titel „Was können CBD-Produkte wirklich? Die andere Seite vom Hanf“ kritisiert die Nachrichtenseite ntv (ein Online-Ableger des Fernsehsenders) die vollmundigen Versprechen für Linderung lästiger Symptome oder gar Heilung durch Cannabisöl: Dass CBD-Konsumenten von Schmerzlinderung berichten, ist Dr. Kurosch Yazdi (Leiter der Suchtabteilung am Kepler Uni-Klinikum im österreichischen Linz und Experte für somatoforme Erkrankungen) zufolge "ziemlich sicher mit dem Placebo-Effekt" zu erklären. "Die Menschen sehnen sich eben nach einem Wundermittel, das keine Nebenwirkungen hat.“

Angemahnt wir die Verantwortung der Politik, denn die sei für eine Regulierung schließlich zuständig: "Es gibt keine vernünftige Regulierung", sagt Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband. Eine der Fragen ist, ob CBD-Produkte ohne Zulassung der Europäischen Kommission als neuartiges Lebensmittel verkehrsfähig sind. Behörden und auch Verbraucherzentralen meinen: Nein, ungeprüft kein Verkauf. Hersteller berufen sich auf die lange Tradition der Hanfnutzung. Die unterschiedlichen Rechtsauffassungen beschäftigen Gerichte.

Scrollt man auf der selben Seite von n-tv nach unten erscheinen jedoch zwei Anzeigen, in denen für genau solche Produkte geworben wird (15.01. 2020). Die Anzeigenabteilung weiß offensichtlich nicht, worüber die Redaktion gerade mit welcher Bewertung schreibt. Oder Google weiß, dass in genau diesem Artikel über Cannabis-Öl berichtet wurde und platziert dort die Anzeigen - übersieht aber, dass dabei vor den Produkten und ihrer Anwendung gewarnt wurde.