Fibromyalgie - der unerkannte Dauerschmerz

In der Sendung vom 13.06. 2019 der TV-Reportageserie „Hauptsache gesund“ behandelte der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) das Thema Fibromyalgie. Die Rahmenerzählung schildert ein Leben mit Dauerschmerz einer typischen Fibromyalgiepatienten: 59 Jahre alte Frau, berufstätig, begeistert für Gartenarbeit, Mitglied der Deutschen Fibromyalgievereinigung.

Empfehlenswert sind schon die ersten Minuten, wenn die Symptome zutreffend geschildert werden und der Arzt die Diagnoseprobleme schildert. Diese Passage ist auch für Verwandte und Freunde von Patienten nützlich, da die Schilderung das Verständnis für die Betroffenen erleichtert. Sympathisch ist die virtuelle Teilnahme an der DFV-Gruppensitzung. Mitglieder schildern ihre Motivation zur Mitarbeit und den konkreten Nutzen für ein besseres Leben trotz Dauerschmerz.

Ab Minute 2:43 folgt ein Gespräch mit Frau Anke Grandt (DFV Gruppe Stendal, Sachsen-Anhalt) und Dr. Alexander Fischer, Chefarzt am Klinikum Burgenlandkreis. Zuerst werden Symptome und Diagnoseprobleme wiederholt, es folgt eine Zusammenfassung der aktuell diskutierten Ideen zur Entstehung der Erkrankung (Pathogenese). Dann schildert Frau Grandt ihren langwierigen Diagnoseweg.

Minute 5:22 bringt überraschende Information: Derzeit sind lediglich 10% der FMS-Patienten Männer, doch „Es gibt jetzt Untersuchungen aus den USA, dass das doch gar nicht so stimmt und dass doch deutlich mehr Männer betroffen sind.“

Minute 5:33 eröffnet die Diskussion zum typischen Charakter von Fibromyalgiepatienten: „Es sind ja häufig Menschen, die sich permanent überfordern, die einen hohen Leistungsanspruch an sich selber haben.“

Minute 6:03 stellt eine neue Idee zur Fibromyalgie vor: FMS als Autoimmunerkrankung gegen das Bindegewebe. Doch „bislang ist es nur ein Forschungsprojekt!“

Insgesamt ist dies eine informative Fernsehsendung zur Fibromyalgie. Sie ist auch geeignet, Freunden und Angehörigen eine Vorstellung von den Besonderen Belastungen zu vermitteln, mit denen Fibromyalgiepatienten leben müssen. Ungewöhnlich deutlich wird das aktuelle Forschungsprojekt nicht als „künftige Lösung“ sondern als „Idee für ein Forschungsprojekt“ dargestellt - eine positive Ausnahme im Wettstreit der Medien um spektakuläre Schlagzeilen.