Woran erkennt man vertrauenswürdige Internet-Information?

In seiner Kolumne auf Stern.de beschäftigt sich der bekannte Medizin-Kabarettist Dr. Eckhart von Hirschhausen sehr ernsthaft mit dem Thema: „Sprechstunde bei Dr. Google. Seriöse Quellen, echte Hilfe - wie Sie gute Gesundheitsinformationen im Internet erkennen“.

„Zwei Drittel der Deutschen informieren sich im Internet über Gesundheit und Medizin. Wo findet man seriöse Informationen? Wie schützt man seine Daten?“ Offensichtlich ist die Position in der Google-Liste oder eine vertraut klingende Web-Adresse (URL) kein besonders gutes Kriterium. Das illustriert der Vergleich von impfen-info.de und impf-info.de . 

Sogar beim populären Lexikon Wikipedia ist Skepsis angebracht, denn „Daran arbeiten neben anerkannten Fachleuten bekanntlich auch zahlreiche Laien mit. Welcher Artikel wurde von wem verfasst? Was stimmt, was stimmt nicht?“ Diese Frage führt Dr. von Hirschhausen zu einer weiteren: „Wie unterscheide ich wahr und falsch?“

Seine „Regel Nr. 1: Jede medizinische Recherche im Internet erfordert eine zweite Recherche - nämlich die über die Quelle der Information. Wer steckt hinter der Seite? Wer betreibt das Angebot, wer finanziert es? Handelt es sich um Werbung? Liegt eine gesicherte Erkenntnis vor oder eine Einzelmeinung? (…) Nicht selten entlarvt ein Blick ins Impressum, warum eine Seite ist, wie sie ist.“

Sehr nützlich ist auch die Nennung vertrauenswürdiger Medizin-Informations-Webseiten. Leider fehlt die Zusammenstellung in einer „Liste des Vertrauens“, die man einfach kopieren könnte. Die Tipps liegen im Text verstreut. Hier die Übersicht zum Herauskopieren (deshalb nicht verlinkt), ein Service der DFV:

Bundesgesundheitsministerium: bundesgesundheitsministerium.de

Bundesgesundheitsministerium, Publikationen: bundesgesundheitsministerium.de/nc/service/publikationen.html

Bundesgesundheitsministerium, Pflegeleistungen: bundesgesundheitsministerium.de/service/pflegeleistungs-helfer.html

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: bzga.de/

Deutsche Krebshilfe: krebshilfe.de

Diabetes-Informationsdienst: diabetesinformationsdienst.de

Herzstiftung: herzstiftung.de/

IGeL-Angebote beim Arzt: igel-monitor.de/

Impfempfehlungen: impfen-info.de

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG): gesundheitsinformation.de

Patienteninformation der Deutschen Ärztekammer: patienten-information.de

Was-hab-ich; Medizinische Fachsprache auf Deutsch: washabich.de

Dieser Artikel lohnt zu lesen, denn er fasst viel nützliche Tipps zusammen, die es auch Nicht-Experten ermöglichen, das vielfältige Informationsangebot im internet zu nutzen. Wer sich informiert, kann von einem dreisten Lügner getäuscht werden. Wer sich nicht informiert, verzichtet auf Wissen, auf Verstehen und auf Entscheidungsgrundlagen. Einen guten Schutz gewährt seit Jahrhunderten die kritische Frage „cui bono?“ - Wem nutzt es? Dann weiß man, wozu diese Information angeboten wird, welchen Zweck der Autor damit verfolgt.