Lady Gaga und das Leben mit Fibromyalgie

Die FMS-Erkrankung der Popsängerin ist anderen Betroffenen schon länger bekannt. Das offene Bekenntnis der Sängerin lenkte die Aufmerksamkeit auf die komplexe Erkrankung. Viele Redaktionen, die sich ansonsten nicht mit Medizinthemen beschäftigen, informierten ihre Leser darüber. Nicht alle Artikel entsprachen dem aktuellen medizinisch-wissenschaftlichen Kenntnisstand, manches glitt ins Mystische. Das mag der Kunstfigur „Lady Gaga“ geschuldet sein, die sich gern überraschend kleidet und skurril gebärdet. Insgesamt ist der Aufmerksamkeitseffekt jedoch positiv; insofern weckt der Titel „Mein Leben mit Fibromyalgie“ Neugierde.

Doch schon nach zwei Zeilen des Artikels erwacht Argwohn, wenn man lesen muss: „“Die Menschen müssen mitfühlender sein”, sagte er Vogue in einem Interview.“ Müsste hier nicht stehen: „sagte sie der Vogue“? Die holperige Formulierung lässt vermuten, dass es sich bei dem deutschen Text um das Werk eines Übersetzungsroboters handelt. Das wird dann auch direkt bestätigt: „Mit einem erfolgreichen Film und Soundtrack für   A Star Is Born   und der Premiere einer zweijährigen Show in Las Vegas, Enigma, am Freitag, ist es schwer vorstellbar, dass Lady Gaga sich vor weniger als 18 Monaten von einer Welttournee entfernt hat, um sich darauf zu konzentrieren Erholung von chronischen Schmerzen.“ So schreibt kein Mensch, so textet ein Roboter.

 

Das zitierte Interview ist bereits in der amerikanischen Oktober-Ausgabe 2018 der Frauenzeitschrift Vogue erschienen und den meisten Menschen mit Fibromyalgie aus zahlreichen Verweisen und Zitaten bekannt, es gibt sogar ein Video dazu. Die am Ende des Textes gelisteten Therapieempfehlungen propagieren Wärme und Epsom-Bäder. Dieses Bäder sind Lösungen von Magnesiumsulfat (Epsomit), was auf manchen Webseite als „Wundermittel“ und „Jungbrunnen“ angepriesen wird. Bekannt ist es wegen seines Geschmacks auch als Bittersalz, das früher als Abführmittel gebräuchlich war. Aber wer möchte schon sein Badewasser schlürfen?