Selbsthilfegruppe Arnstadt Eigeninitiative - neue Erkenntnisse - Motivation - Zuversicht

|   Optimisten 02/2017

Veränderungen begleiten uns ein Leben lang. Nach einer wieder sehr langen Phase des Ringens mit ganz viel Unwohlsein habe ich mich ein zweites Mal mit der Internetseite der DFV beschäftigt. Das 5. Bayerische Fibromyalgie Forum 2016 in Würzburg stand bevor. Kurz entschlossen habe ich mich angemeldet und bin losgefahren.

Ich bin froh und dankbar, dass ich Bärbel Wolf und Carmen Redel bei dieser Veranstaltung kennengelernt habe. Die Beiträge der Ärzte, Apotheker, Wissenschaftler und Anwälte habe ich wie einen Schwamm aufgesaugt. Zu Hause habe ich sofort mit wichtigen Veränderungen begonnen, in allen Bereichen des Lebens. Dazu gehörte auch, eine Selbsthilfegruppe in Arnstadt ins Leben zu rufen. Ich dachte: „Wenn nicht ich, wer würde es hier tun?“ Ich hatte genügend Motivation, Informationen, genügend Wissen aus meiner Tätigkeit als Ernährungs- und Bewegungstrainerin – das alles möchte ich teilen.

Am 18.Oktober 2016 fand im kleinen Kreis das erste Treffen statt. Durch die Auslage von Flyern der DFV in Apotheken und mit Hilfe von Aushängen habe ich versucht, möglichst viele Betroffene zu erreichen. Im Frauen- und Familienzentrum Arnstadt fand ich ein offenes Ohr. So konnte ich am 29. November 2016 den Vortrag halten: "Fibromyalgie - Chronischer Dauerschmerz überall? - Land in Sicht! Ganzkörperschmerz - Infos zur Diagnose, was kann ich selbst tun?" Nur vier Tage vorher hatte eine Journalistin ein mit mir geführtes Gespräch zu diesem Thema im „Allgemeinen Anzeiger“ auf einer ganzen Seite(!) veröffentlicht und auch auf den Vortrag hingewiesen.

Am Vortragstag, ein verhältnismäßig großer Vortragsraum stand zur Verfügung, richtete ich den Laptop ein, um zum Teil mit einer Präsentation zu arbeiten und ganz viel von meinen eigenen Beschwerden und Erfahrungen zu berichten. Mit etwa maximal zehn Interessenten hatte ich gerechnet, ich dachte dabei eher an eine „gemütliche“ Gesprächsrunde. Doch weit gefehlt, der Raum füllte sich, Stühle wurden noch herbeigeschafft, es wurde merklich eng – über 40 Personen hingen im wahrsten Sinn des Wortes an meinen Lippen. Viele suchten zum Ende noch das persönliche Gespräch und ich konnte auf unsere Selbsthilfegruppe aufmerksam machen. Noch heute rufen immer wieder Betroffene an und erinnern sich an den Zeitungsartikel und den Vortrag. Eine gute Investition, unsere wachsende Selbsthilfegruppe mit Leben zu füllen!

Christina Petzold
Gruppensprecherin