Ganzkörper Kryotherapie - Kältekammer

Kältekammern mit bis zu –110°C

Indikation:

  • chronische, entzündliche Gelenk-erkrankungen  (z.B. Polyathritis)
  • chronische Schmerzen im Rahmen von Arthrosen
  • chronische, entzündliche Wirbelsäulen-erkrankungen
  • degenerative Gelenkserkrankungen mit Sekundärentzündungen
  • Wirbelsäulensyndrome
  • Weichteilrheumatische Erkrankungen
  • Fibromyalgie
  • Kollagenosen
  • Vaskulitiden
  • Postoperative Rehabilitation nach Gelenk- und Wirbelsäulenoperationen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Psoriasis
  • Neurodermitis
  • Lungenerkrankungen
  • Asthma bronchiale
  • Schlafstörungen
  • Migräne

Kontraindikationen:

Die Kältekammertherapie ist im allgemeinen gut verträglich. Auch ältere Menschen können diese Behandlung gefahrlos durchführen. Es gibt allerdings einige Erkrankungen, bei denen die Behandlung nicht oder nur mit großer Vorsicht durchgeführt werden sollte. Dazu gehören insbesondere folgende Krankheiten:

  • Periphere arterielle Durchblutungsstörung höheren Grades
  • Schwere koronare Herzkrankheit
  • Schwere Formen von Herz-Rhythmus-Störungen
  • Frische Operation im Herzbereich
  • Asthma bronchiale
  • Unbehandelter Bluthochdruck
  • Polyneuropathie
  • M. Raynaud
  • Platzangst

Ob eine Kältekammertherapie erfolgt, wird bei der ärztlichen Aufnahmeuntersuchung zu Behandlungsbeginn in Absprache mit dem Patienten festgelegt. Wenn Zweifel bestehen, werden im Einzelfall vor Beginn der Therapie entsprechende Untersuchungen (z.B. EKG) durchgeführt.


Was sind die Ziele der Therapie?

  • Schnelle Schmerzlinderung
  • Verkürzung der akuten Krankheitsschüben


Wie oft erfolgt die Behandlung?

  • Im akuten Stadium und bei starken Schmerzen zwei- dreimal täglich
  • Bei chronischen Schmerzen ein- bis zweimal täglich über 1 bis 2 Wochen
  • Bei Rückenbeschwerden einmal täglich, je nach Stärke der Schmerzen zwei- bis fünfmal die Woche

Behandlungsablauf:
Sie betreten in eigener Badekleidung mit Mundschutz, Ohrenschutz, Handschuhen, dicken Socken und festen Schuhen/Schlappen die Kältekammer.

  • Metalle: Bitte entfernen Sie Metallteile wie Schmuck, Uhren etc.
  • Im ersten Vorraum, in dem –60°C herrschen, verweilen Sie etwa 30 Sekunden, danach betreten Sie nach Anweisung den -110 °C kalten Therapieraum. Die Verweildauer in der Kältekammer beträgt maximal 3 Minuten. Während dieser Zeit bewegt sich der Patient zu angenehmer Musik in der Kammer.
  • Durch ein Fenster besteht ständiger Sichtkontakt zur Aufsichtsperson und durch eine Gegensprechanlage ist die Sprechverbindung sichergestellt. Einige Kammern sind mit einem Videosystem ausgestattet.
  • Die bereits verstrichene Verweildauer wird laufend angesagt.
  • Den Therapieraum verlassen Sie wieder auf dem gleichen Wege, wie Sie in betreten haben, ohne jedoch zu verweilen.

Unmittelbar nach der Therapie erleben Sie ein angenehm warmes Gefühl des ganzen Körpers, alle Gelenke lassen sich besser bewegen. Die positiven Effekte treten bereits eine halbe Minute nach Betreten der Kältekammer ein und führen zu einer anhaltenden Schmerzlinderung von bis zu 6 Stunden. In Abhängigkeit von der Anzahl der Behandlungen kann sich dann im Verlaufe der Zeit eine länger dauernde Schmerzreduzierung oder gar Schmerzfreiheit einstellen. Dieser Effekt kann mehrere Monate lang fortdauern. Innerhalb des therapeutischen Konzeptes schließt an die Kältetherapie eine krankengymnastische Behandlung an.
Die Anzahl der Behandlungen richtet sich nach dem Beschwerdebild und dem Therapieeffekt. In den ersten Tagen ist es vorteilhaft, die Kältetherapie zweimal täglich durchzuführen, nach 1-2  Woche genügt dann eine Behandlung täglich. Um einen länger anhaltenden Effekt zu erzielen, sind etwa 20 Behandlungen erforderlich.


Wirkweise

Im Unterschied zur lokalen Kryotherapie mit Eispackungen wirkt die Ganzkörperkältebehandlung nicht über eine Abnahme der Gewebstemperatur, sondern in erster Linie nervös reflektorisch: Die maximale Stimulation der Kryorezeptoren hemmt zentral den Schmerzinput und verändert eine Reihe biochemischer und hormoneller Prozesse. Die maximale Stimulation der A-Delta-Fasern über die Kryorezeptoren hemmt nach den experimentellen Untersuchungen von STRATZ et al. die Nozizeptoren zentral.

Diese Schmerzreduktion wird von einer Abnahme der Endorphine, der Dopamine und der Serotoninkonzentration und einem Kortisolabfall begleitet. Über die Blockade der Gamma-Neurone wird vermutlich auch die Muskulatur relaxiert. FRICKE et al. konnten darüber hinaus zeigen, dass bei Patienten mit entzündlichen rheumatischen Erkrankungen unter der Therapie die Lymphozyten signifikant abnehmen (sehr spezifisch die T-Helferzellen), während die T-Suppressorzellen sogar zunehmen. Daher wird ein immunmodulierender Effekt der Ganzkörper-Kältetherapie vermutet.


Medizinische Anwendung

Von jeher wurde Eis zur Schmerzlinderung eingesetzt, heute ist die Kältetherapie medizinisch anerkannt. Bei der Anwendung der Ganzkörper-Kältetherapie ist eine besondere Atemtechnik notwendig, denn durch die extremen Minustemperaturen dehnt sich die kalte Luft in der Lunge um etwa das Dreifache aus, die Lungenbläschen erweitern sich. Damit nicht zuviel Sauerstoff ins Blut gelangt, muss man in der Kältekammer häufiger und flacher aus- und einatmen. Die Kälte unterbricht die Schmerzleitung im Körper. Verkrampfte Muskeln entspannen sich, erkrankte Gelenke werden beweglicher. Durch die stärkere Durchblutung des Gewebes kann sich die Wirkung von Medikamenten besser entfalten, die Dosis kann entsprechend verringert werden. Bei Schuppenflechte oder Neurodermitis lässt der Juckreiz nach, die Rötungen gehen zurück.


Mobilisierung der Kraftreserven

Besucher von Kältekammern berichten nach der eisigen Anwendung von Glücksgefühlen und dem Gefühl, Bäume ausreißen zu können. Normalerweise steht nur ein kleiner Teil der persönlichen Energie- und Kraftreserven direkt zur Verfügung. Der größte Teil des Energiepotentials liegt im Verborgenen. Die Anwendung in der Kältekammer ist ein Weg der Aktivierung der brachliegenden Kraftreserven.
Immer mehr Profisportler und auch Manager nutzen diesen Effekt als gezielte Leistungssteigerung vor sportlichen Wettkämpfen oder bei beruflichen Herausforderungen. So ist es teilweise nicht mehr verwunderlich, wenn Gesunde mal eben in der Mittagspause in die Kältekammer gehen. Regelmäßige Anwendungsserien mit 20 bis 50 Durchgängen führen zu einer permanenten Leistungssteigerung und anhaltenden Stärkung der Vitalität und des Wohlbefindens. Die Leistungssteigerung wird durch eine erhöhte Ausschüttung von Hormonen (wie Cortison, Opiate, Endorphine und Peptide) in den Blutkreislauf erreicht. Auch der Sauerstoffanstieg im Blut durch die Intensivierung der Atmung wirkt stärkend. Der höhere Sauerstoffgehalt im Blut verbessert die Durchblutung.


Vitalisierende Wirkung

Die Wirkungsweise der Kältetherapie beruht auf der plötzlichen, schockartigen Abkühlung der Haut. Die Hauttemperatur sinkt bis auf zwei Grad ab. Der Körper hingegen bleibt während der kurzen Aufenthaltsdauer unverändert warm. Die Kälte betäubt schlagartig die Nerven, und die Blutgefäße bilden eine Schutzzone um den Körperkern, damit dieser nicht auskühlt.
Die Ganzkörper-Kältetherapie führt zu einer Reihe von positiven Veränderungen, die teils über die Herabsetzung der Nervenleitgeschwindigkeit, teils biochemisch über eine positive Beeinflussung bestimmter Neurotransmitter entstehen. Die komplexe Wirkung auf den Körper führt zu einer Zunahme an Vitalität und Wohlbefinden und hat einen positiven Einfluss auf das Immunsystem.
Die körpereigenen Abwehrkräfte werden gestärkt und Entzündungsreaktionen eingedämmt. Muskel-entspannung und Funktionsverbesserung von Gelenken, Durchblutungsförderung, Immunisierung gegen Erkältungskrankheiten sind für viele aber nur eine positive Begleiterscheinung.


Kosten der Therapie

Die Ganzkörper-Kältetherapie setzt hohe Investitionen voraus. Auch der laufende Betrieb erfordert neben den Betriebskosten (große Mengen Energie und Kühlwasser) eine kontinuierliche und fachlich qualifizierte Betreuung.
Die Kosten der Ganzkörper-Kältetherapie liegen in der Regel zwischen 20 DM - 80 DM je Aufenthalt.
Die großen Schwankungen erklären sich in der unterschiedlichen Auslastung der Kammer. In viel besuchten Kältekammer wird auch der Kostenansatz je Person geringer sein.

Ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse sollte auf jeden Fall gestellt werden, denn es sind Fälle bekannt, wo die Kosten ganz oder teilweise übernommen wurden. Bisher war die Therapie nur im Rahmen eines stationären Aufenthaltes bzw. eines Heilverfahrens möglich, aber die Kältekammerbetreiber gehen immer mehr dazu über, auch ambulant anzubieten.


N.N.

 

 

 

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