Fibromyalgiesyndrom (FMS)

Fibromyalgie ist eine chronische Schmerzerkrankung, die lebenslang anhält. Zumeist treten die ersten Symptome ab dem 35. Lebensjahr auf und verstärken sich anschließend. Nur wenige Patienten sind jünger; Frauen sind erheblich häufiger betroffen als Männer. Eine Therapie mit Aussicht auf Heilung oder grundlegender Linderung der Symptome ist bislang nicht möglich.

Betroffene klagen über andauernde oder immer wiederkehrende Schmerzen an Muskeln und Sehnen. Begleitsymptome sind Schlafstörungen und Müdigkeit am Tag, Konzentrationsprobleme und mentale Motivationsschwäche. Oft entwickeln sich Wetterfühligkeit, Ängstlichkeit und depressive Stimmung. Die Erholungsphasen nach körperlichen, geistigen oder emotionalen Belastungen sind deutlich länger als bei gesunden Menschen. Die Empfindlichkeit gegenüber grellem Licht, Lärm und Kälte ist höher. Charakteristisch ist ein unangenehmes Schwellungsgefühl an Händen, Füßen und im Gesicht. Ungewöhnlich oft plagen Kopfschmerzen, Reizdarm und Reizmagen sowie Trockenheit und Empfindlichkeit der Schleimhäute.

Konkrete Ursachen für Fibromyalgie konnte die medizinische Forschung noch nicht finden. Neben einer genetischen Veranlagung werden auch psychische Faktoren wie psychosozialer Stress oder seelische Traumata als Auslöser diskutiert. Sicher ist jedoch, dass generalisierte Entzündungen nicht beteiligt sind: Fibromyalgie ist keine Rheuma-Erkrankung. Dieser weit verbreitete Irrtum kann zu schweren Therapiefehlern führen.

Fibromyalgie ist eine neurologische Erkrankung der Schmerzwahrnehmung und Schmerzverarbeitung. Heftige Schmerzattacken werden von nahezu schmerzfreien Episoden abgelöst. Stress kann einen akuten Schub auslösen; positiver Stress bei großer Freude ebenso wie negativer durch psychische Belastung oder körperlicher Stress infolge einer Infektionserkrankung*.

* S3-Leitlinie 041/004 „Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Fibromyalgiesyndroms“ erstellt 2012; Überarbeitung geplant für 2017